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traces in structure | 2014


Tusche, Rapidograph und Acryl auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 850 x 850 mm


Tusche, Rapidograph und Acryl auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 850 x 850 mm


Tusche und Rapidograph auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 850 x 850 mm


Tusche und Rapidograph auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 840 x 840 mm


Tusche und Rapidograph auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 840 x 840 mm


Tusche, Salz und Rapidograph auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 700 x 900 mm


Tusche, Rapidograph und Acryl auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 900 x 1400 mm


Tusche und Rapidograph auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 594 x 841 mm


Tusche und Rapidograph auf Polyester Zeichenfolie transluzent matt | 594 x 841 mm


Tusche und Rapidograph auf Transparent-Papier | 297 x 210 mm
 

Der Titel „traces in structure“ ist ein erster Hinweis auf die organische Synthese zwischen Architektur und abstrakter Kunst, wie sie der in Berlin lebende Designer, Grafiker und Zeichner Markus Johannes Becker in seinen Tuschearbeiten anstrebt. Organisch ist diese Synthese, weil damit kein fixer Endzustand erreicht ist, sondern eine lebendige Form, die sich – je nach Wahrnehmung – vielfältig weiterentwickeln kann. Die Kompositionen oszillieren – sozusagen zwischen „traces“ und „structure“, zwischen Dynamik und Statik, zwischen Chaos und Ordnung. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass beide Pole aufeinander angewiesen sind. Das Chaos ist nicht bewohnbar, es braucht Form, Struktur, Gestalt. Jedoch braucht jede Ordnung Spuren von Chaos, um entwicklungsfähig zu bleiben; im Chaos liegt die schöpferische Potenz. So lassen sich bei genauer Betrachtung in den Zeichnungen Achsen, Körper und Muster erkennen, die sich in Details aufzulösen scheinen und sogleich wiederum neue Formen zu bilden beginnen. Dieser Prozess bietet vielfältige, prinzipiell unendliche Kombinationsmöglichkeiten und soll (darf) sich in der Wahrnehmung (Phantasie) des Betrachters fortsetzen.

Den Aufbau eines Bildes geben – gleich einem Grundriss – feine Linien vor, an denen sich Flächen und Leerräume orientieren. Eine Linie formt, strukturiert und trennt. Jede Linie wird mit einer dünnen Messing-Rundstange und Tusche auf den Unter-grund aufgedruckt. Durch das teilweise Abperlen der Farbe vom Metall entstehen beim Drucken Lücken. Diese Zwischenräume unterteilen feine Striche, gezeichnet mit einem Rapidograph. Gleich Noten auf einem Notenblatt ergeben diese eine Partitur. Verbindet man die Linien miteinander oder lässt sie überkreuzen, bilden sich Flächen und Achsen; die Partitur beginnt zu klingen. Jede Fläche wird separat mit Klebeband abgeklebt, wodurch gerade, kantige und starre Formen geschaffen werden. So entsteht eine zweite Gestaltungsebene. Farbabstufungen, Pinsel- und Drucktechniken erzeugen eine Oberflächenbeschaffenheit, die der strengen Gesamtstruktur räumlichen, fast haptischen Charakter verleiht.

Der Kontrast von Linie, feinen Strichen, geraden Kanten, weichen Farbverläufen und verschiedenen Oberflächenstrukturen evoziert den Eindruck einer fragmentierten, dekonstruierten Landschaft. Der Betrachter sucht sich seine Perspektive. Diese Wirkung wird durch die Auswahl der Materialien – Tusche und Rapidograph auf transluzenter, matter Zeichenfolie – besonders verstärkt und verleiht den Zeichnungen etwas Fragiles. In der Wiederholung und Weiterentwicklung von Linie, Strich und Fläche geht die Spurensuche nach Struktur, Form und Ausdruck weiter.

 
 
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